
Wie man das Glasherzen richtig behandelt – ohne Enttäuschungen
Wenn man mit Glas in Laborqualität arbeitet, gibt es praktisch keinen Raum für Fehler. Man investiert Stunden in die Herstellung eines Gegenstands – nur um ihn Wochen später wieder zerbrechen zu sehen, weil die Temperatur im Ofen um ein paar Grad schwankte. Das ist frustrierend. Doch ehrlich gesagt lässt sich das vermeiden.
Deshalb nutzen wir Infrarot-Systeme mit einer Präzision von 0,1 °C. So bleibt das Glas genau dort, wo es sein muss.
Der verborgene Stress im Glas
Das Problem mit Glas ist, dass es sich nicht gleichmäßig ausdehnt oder zusammenzieht. Wenn eine Seite eines Gefäßes schneller abkühlt als die andere, bleibt die Molekülstruktur in einem Zustand der Anspannung. Um diesen Stress zu beseitigen, muss man das Glas bei seiner richtigen Temperatur halten und es anschließend sehr langsam abkühlen lassen. Wenn das System um 1 °C oder 2 °C abweicht, ist das einfach zu ungenau. Man braucht diese Präzision von 0,1 °C, damit jede Kurve und jeder Winkel des Gefäßes in einen Zustand vollkommener Balance gelangt.
Warum wir Infrarot nutzen
Die meisten Heizgeräte heizen nur die Luft auf – und Luft ist ein ziemlich schlechter Leiter. Infrarot hingegen sendet Energie direkt in die Glasoberfläche. Wir stellen diese Systeme so ein, dass sie den gesamten Glasinhalt gleichmäßig erwärmen. Durch die Kombination von schnell reagierenden Infrarotstrahlern mit einem präzisen PID-Steuergerät können wir die gewünschte Temperatur erreichen und dort halten. Dadurch entstehen keine kleinen Risse in dünnwandigen Glaselementen.
Der schwierige Teil
Hochempfindliche Infrarot-Systeme sind nicht einfach so einzusetzen. Man kann einfach nicht einfach die Leistung erhöhen und darauf hoffen, dass alles gut wird. Es geht darum, das Gleichgewicht zwischen der Leistung der Lampen und dem Gewicht des Glases zu finden. Wenn die Lampen zu leistungsstark sind, versucht das System, die richtige Temperatur zu finden – was zu kleinen Schwankungen führt, die alles durcheinanderbringen. Man benötigt daher eine hochwertige Stromversorgung sowie ein kalibriertes Pyrometer, um das Gleichgewicht zu bewahren. Denn letztendlich ist selbst die teuerste Lampe ohne richtige Rückmeldung vom Sensor nur ein gewöhnliches Heizgerät.